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Selbstverteidigung oder Kampfkunst?

Die Fähigkeit, sich körperlich zur Wehr zu setzen, ist in modernen Zeiten kaum noch von Bedeutung. Auch in schlimmen Problemvierteln von Metropolen ist das staatliche Gewaltmonopol fast durchgehend unangefochten und die Notwendigkeit, sich selbst gegen einen potentiellen Angreifer zu verteidigen, kann als marginal bezeichnet werden.

Dennoch steht für viele Menschen der Selbstverteidigungsaspekt im Vordergrund, wenn sie sich entscheiden, mit dem Training in einer Kampfkunst zu beginnen. Dennoch muss jedem Sportler klar sein, dass Kampfkunst und Selbstverteidigung zwar ähnliche Elemente haben, aber im Grundsatz sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Selbstverteidigung - Hauptsache schnell weg

Die klassische Selbstverteidigung ist darauf ausgerichtet, einen Gegner so rasch wie möglich außer Gefecht zu setzen, um die eigene körperliche Unversehrtheit sicherzustellen. Jede Art der Selbstverteidigung hat damit einen eskalierenden Aspekt. Je nach System wird entweder die komplette Ausschaltung des Gegners oder nur die zeitweise Beeinträchtigung zur Ermöglichung der Flucht in den Fokus genommen.

Kampfkunst hingegen ist einerseits ein Wettstreit der antretenden Kontrahenten. Außerdem sind Kampfkünste in den meisten Fällen in ein ganzes System der Philosophie, Lebensführung und des Trainings eingebunden. Die Fähigkeit zur Vermeidung von potenziell tödlichen Verletzungen und das sportliche Kräftemessen in Krieg und Frieden haben damit viel stärker einen kulturellen Anstrich als bei der reinen Selbstverteidigung.

Der Kampf ist in den Kampfkünsten zwar der vielleicht körperlich und geistig anstrengendste Akt. Er ist aber nur eine Disziplin innerhalb eines ganzen Systems. Die Gegner folgen auch klaren Regeln, und die Beherrschung der Regeln sowie die sportliche Ausdauer an sich sind mindestens genauso wichtig wie die Stärke der Tritte und Schläge.